Waldretter

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Heron by the lake vector without gradientsDie Bürger-Initiative Waldretter hat sich in Wilhelmsburg gegründet, um den Wald nördlich des Ernst-August-Kanals vor der Bebauung im Rahmen des geplanten „Spreehafenviertels“ zu schützen. Die Initiative vertritt den Standpunkt, dass Wohnungsnot und Naturschutz nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Eine zukunftsweisende Stadtplanung muss beides unter einen Hut bekommen: bezahlbaren Wohnraum und geschützte Naturräume, die gerade in sozial benachteiligten Stadtteilen wie Wilhelmsburg unmittelbar zur Lebensqualität beitragen.

Der Sieger-Entwurf des Büros “Biwermau + Wes” wurde am Dienstag (19.12.2017) bei der Landespressekonferenz im Rathaus vorgestellt. Die zentrale Forderung der Bürger, die Grünflächen möglichst umfassend zu erhalten, wurde dabei nicht umgesetzt. Die Initiative Waldretter fordert ein Überdenken der Planung und einen vollständigen Erhalt des Waldes.

Bei den 30 Hektar Planungsgebiet zwischen Ernst-August-Kanal und Spreehafen im nördlichen Reiherstiegviertel handelt es sich zu zwei Dritteln um Grünfläche. Davon sind rund neun Hektar Wald, darunter ein Pionier-Auwald mit großer Artenvielfalt.

Nach Protesten der Bürger beim Beteiligungsverfahren „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinsel“ wurde bei der Planung zwar noch einmal nachgebessert, was den Erhalt von Grünflächen im künftigen „Spreehafenviertel“ angeht, der wertvolle Wald würde aber dennoch unwiederbringlich zerstört. „Es handelt sich hier nicht um einzelne schützenswerte Bäume“, erklärt Bernhard Kaufmann von der Initiative Waldretter. „Es geht um den Wald als Ganzes und um die natürlichen Prozesse, die dort seit Jahrzehnten ungestört ablaufen konnten. Wir haben hier ein einzigartiges Stück Natur mitten in der Stadt, das unbedingt erhalten werden muss.“

Die Initiative bezweifelt zudem, dass die im Planungsentwurf noch verzeichneten Baumbestände tatsächlich erhalten werden können. Denn es steht bereits im Raum, dass das gesamte Gebiet flächendeckend aufgeschüttet werden muss, um die Bebauung überhaupt erst zu ermöglichen.

Anstatt teure Erschließungskosten in Kauf zu nehmen, sollte sich die Stadt deshalb überlegen, ob sie den Erhalt des Waldes nicht gewinnbringend einsetzen kann: als Ausgleichsfläche für die bereits weiter fortgeschrittenen Quartiersentwicklungen im Rathausviertel und auf der Nord-Süd-Achse entlang des Aßmann-Kanals. In beiden Fällen finden die Behörden bereits jetzt auf der Elbinsel Wilhelmsburg keine Ausgleichsflächen mehr. „Es kann kein deutlicheres Zeichen geben, dass die Grünvernichtung auf der Elbinsel ein Ende haben muss“, sagt Kaufmann. „Solange die Bebauungspläne noch nicht fertig sind, ist es für ein Umdenken nicht zu spät.“

 

Weitere Infos finden Sie hier:

http://www.iba-hamburg.de/iba-hamburg-gmbh/projekte/spreehafenviertel.html