Waldretter

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Herzlich willkommen auf der Homepage der WALDRETTER WILHELMSBURG.

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Dokumentation WiWa bleibt!

Flut und Wald

Rundgang mit den Waldrettern

Sonntag, 20. Februar 2022, 14 Uhr
Treffpunkt: Bushaltestelle auf dem Stübenplatz
Dauer: 1,5 – 2 h

Die historischen Ereignisse erlaufen

Die Sturmflutkatastrophe von 1962 jährt sich zum 60. Mal. Wir werden uns im nördlichen Reiherstiegviertel mit Karten, alten Fotos und Zeitzeugenberichten auf die Spur des Geschehens in jener Nacht vom 16. auf den 17. Februar 1962 begeben.

Flutgedenken – Mahnung für die Gegenwart

Klimawandel, Anstieg der Meeresspiegel, Elbvertiefung: Wilhelmsburg, die Insel im Fluss, ist mittendrin. Die Beschäftigung mit der Sturmflut 1962 macht uns gegenwärtige Probleme bewusst.

Ein Wald zwischen Gedenken und Naturerlebnis

Heute steht ein Wald dort, wo die Sturmflut 1962 eine tödliche Bresche geschlagen hat. Wir wollen erörtern, welche unterschiedlichen Bedeutungen dieser 60 Jahre alte Pionierwald für uns Menschen hat.

Klimaschutz-Wald oder potenzielles Bebauungsgebiet?

Die Stadt Hamburg möchte den Wald roden und bebauen („Spreehafenviertel“). Bewohner:innen wehren sich dagegen.
Darf man in Zeiten des Klimawandels einen Wald zerstören und stattdessen eine versiegelte Fläche schaffen? Darüber wollen wir diskutieren.

Bitte warm anziehen und evtl. ein Heißgetränk mitnehmen!
Der Rundgang endet auf der Lichtung im östlichen Teil des Waldes.
Bei gutem Wetter werden dort Tische und Bänke zum Hinsetzen und Weiterreden aufgestellt sein.

Die Kleingartenkolonie „Alte Landesgrenze“ zwischen Spreehafen und Ernst-August-Kanal wurde komplett überflutet und verwüstet. Hier waren mit die meisten Todesopfer zu verzeichnen. Heute wächst auf einem Teil der Fläche ein Wald. Foto: Geschichtswerkstatt Wilhelmsburg & Hafen

Wir fordern den sofortigen Stopp der Baumfällungen an der Georg-Wilhelm-Straße!

In Wilhelmsburg fallen 72 Bäume einer fehlgeleiteten Verkehrsplanung zum Opfer

Statt im Zuge der Straßensanierung an der Georg-Wilhelm-Straße endlich die überfällige Verkehrsberuhigung durchzusetzen, fällt die Stadt Bäume, um einen Radfahrstreifen und eine breite Fahrbahn für Autos und LKW zu schaffen.

Acht große Eichen auf der westlichen Straßenseite, Höhe Wilmanstraße, sind bereits gefallen. Doch das ist erst der Anfang. Für eine Straßenbaumaßnahme, die in den Planungsunterlagen des LSBG* unter dem Titel „Förderung des Radverkehrs“ firmiert, sollen insgesamt 72 Bäume entlang der Georg-Wilhelm-Straße gefällt werden.

Vordergründig sieht es so aus, als müsse für einen vorschriftsmäßigen Fahrradstreifen am westlichen Rand der Fahrbahn Platz geschaffen werden. In Wahrheit ist es jedoch so, dass die Beibehaltung der Fahrbahnbreite für Autos und LKW eine Verbreiterung der Straße notwendig macht. Und dafür werden, hauptsächlich auf der östlichen Straßenseite, eine große Anzahl Bäume gefällt.

Es ist erschreckend, dass auch in Zeiten eines Radverkehrssenators unverändert die Gewährleistung eines frei und bequem fließenden Auto- und Schwerlastverkehrs oberste Priorität hat. Die Planungen für diese Baumaßnahme sind rückwärtsgewandt, klimafeindlich und werden den Maßgaben einer Mobilitäts- und Verkehrswende in keinster Weise gerecht.

Hinzu kommt: Es existiert bereits ein fast durchgehend baumbestandener, in Abschnitten sogar Allee-artig mit Linden bepflanzter Fahrradweg auf der Ostseite der Georg-Wilhelm-Straße! Er müsste lediglich neu bepflastert werden.

Am Ende wird diese Naturzerstörung noch nicht einmal der „Förderung des Radverkehrs“ gedient haben. Denn ein Fahrradstreifen auf einer viel befahrenen, von LKW geprägten Stadtstraße, der nur durch einen 30 cm breiten Klebestreifen („Protektionselement“) von der Autofahrbahn abgetrennt ist, bleibt ein großes Risiko. Dem werden sich die Radfahrenden nicht aussetzen. Sie werden weiterhin den echten Fahrradweg auf der östlichen Straßenseite in der Gegenrichtung benutzen.

Die gesamte Maßnahme ist in Hinblick auf eine verbesserte Fahrradmobilität sinnlos. Sie führt zu weiterer Bodenversiegelung entlang einer Strecke von mehr als drei Kilometern und zur Zerstörung eines wertvollen Baumbestands. Die Anwohner:innen werden weiter unter Verkehrslärm und Abgasen leiden.

Die Bauarbeiten müssen sofort gestoppt werden. Die geplante Maßnahme darf nicht umgesetzt werden! Stattdessen muss die Georg-Wilhelm-Straße endlich verkehrsberuhigt werden.

Der Schwerlastverkehr muss ganz raus aus der Straße. Eine Tempo 30-Zone wird den Verkehrsraum für alle Teilnehmer:innen sicher machen. Da braucht es dann keinen extra Fahrradstreifen mehr. Der alte Fahrradweg auf der östlichen Straßenseite muss lediglich neu bepflastert werden.

Für diese Lösung muss kein einziger Baum fallen!

*Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer

Informationen zur Georg-Wilhelm-Str., Bauabschnitt Mengestr. bis Pollhornbogen:

Die Georg-Wilhelm-Straße ist eine vielbefahrene Nord-Süd-Querung der Elbinsel, die im Zuge der Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße eigentlich verkehrsentlastet werden sollte. Vor allem der Schwerlastverkehr, der sich durch die zweispurige Stadtstraße wälzt, stellt für Anwohner:innen und Radfahrer:innen ein großes Problem dar.

Auf der östlichen Straßenseite existieren nebeneinander ein älterer Fußweg und ein Fahrradweg. Er wird von vielen Radfahrer:innen als Zwei-Richtungs-Radweg genutzt, da auf der westlichen Straßenseite kein Fahrradweg existiert. Auch ein Ausbau dieses baumbestandenen Fahrradwegs als offizieller Zwei-Richtungs-Radweg wäre sicherlich eine weitaus bessere und naturfreundlichere Variante als eine aufwändige Straßenverbreiterung.


Den Winterwald genießen und Aktuelles aus dem WiWa erfahren

Wir laden am 2. Advent zu Speis & Trank und Austausch auf der Lichtung ein

Illustration: Marie Seeberger

Der Wilde Wald ist auch im Winter schön. Erst recht die Lichtung im östlichen Wald, wo noch immer die Hagebutten leuchten und wir, wenn es dämmert, Laternen aufhängen werden. Dorthin möchten wir euch am 5. Dezember ab 15 Uhr zu einem schönen Beisammensein einladen.
Die Heckenretter e. V. haben uns wieder ihren wunderbaren Wildfrucht-Punsch gespendet, er wird mit und ohne Schuss ausgeschenkt (bitte eigenen Becher mitbringen). Dazu gibt’s was Herzhaftes zum Essen. Und Lagerfeuer. Kalt wird uns also auf gar keinen Fall!
Für die Kinder haben wir uns eine kleine Überraschung ausgedacht, und für die Erwachsenen gibt’s Infos zum neuesten Stand der Dinge beim Bebauungsplan „Spreehafenviertel”.
Vor allem aber wollen wir uns gemeinsam am WiWa erfreuen – und daran, dass er noch immer da ist.
Familiennachmittag auf der WiWa-Lichtung
Sonntag, 5.12.2021, ab 15 Uhr
Honartsdeicher Weg (Fußweg am Ernst-August-Kanal)
21107 Hamburg-Wilhelmsburg
Seid fair euren Mitmenschen gegenüber – tragt bitte eine Maske und haltet Abstand!

#WirAlleFür1,5°C – Klimastreik am 24.9.

Alle Infos zur Demo in Hamburg, zur Fahrraddemo der Klimaschutzinitiative Vollhöfner Wald sowie die Treffpunkte findet ihr hier:

https://inselrundblick.de/aktuell/das-geht-uns-alle-an/

Auch im Wilden Wald auf Wilhelmsburg:
13. Hamburger Klimawoche vom 17. – 26. September 2021

Die Waldretter:innen Wilhelmsburg beteiligen sich in diesem Jahr mit zahlreichen Aktivitäten im Wilden Wald an der Hamburger Klimawoche.

Es wird tolle Angebote für Kinder geben, Lesungen und Diskussionen, Rundgänge, kreative Stunden, naturpädagogische Erlebnisse, eine Wald-Galerie und unser gemütliches, informatives WiWaBleibt-Waldcafé. Am 26. September findet ein kleines Abschlussfest statt.

Die Waldretter - das Waldfest_2
Beim WiWa-Waldfest 2019. Foto: Hannes Lintschnig

Wenn nicht anders beschrieben, finden alle Veranstaltungen auf der Lichtung im Wilden Wald am Ernst-August-Kanal statt. Die Lichtung befindet sich im östlichen Teil des Waldes. Sie wird am Fußweg Honartsdeicher Weg, an der Georg-Wilhelm-Straße und an der Schlenzigstraße ausgeschildert sein! Sie ist leicht zu finden.

Die Veranstalter:innen bitten für alle Aktivitäten um eure Erlaubnis für Foto- oder Videoaufnahmen. Wer nicht abgebildet werden möchte, sagt bitte vorher kurz Bescheid.

Das Programm wird organisiert von den Waldretter:innen Wilhelmsburg mit Unterstützung der Initiative Hamburger Klimawoche und des Quartiersfonds Reiherstieg.

Das vollständige Waldretter:innen-Programm findet ihr hier:

Klimawoche im WiWa

Das vollständige hamburgweite Programm der 13. Hamburger Klimawoche findet ihr hier:

Programm-Klimawoche-Hamburg

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Waldretter: Wofür wir stehen

Klima‐, Umwelt‐ und Naturschutzpolitik befassen sich gerne mit dem Großen und Ganzen. Gut so. Die konkrete Politik zeigt sich allerdings im Kleinen, an den zahllosen Einzelfällen, die in ihrer Gesamtheit die heutige Problemlage verursachen, also etwa Klimawandel, Schadstoffbelastungen und Artensterben.
Die Mitglieder unserer Gruppe wohnen in Wilhelmsburg und finden, das Engagement in dieser Sache soll ruhig konkret sein und darf gerne vor der eigenen Haustür beginnen.

Wir schätzen die jetzt aufgrund von Bebauungsvorhaben gefährdeten Waldgebiete südlich des Spreehafens als:

  • Naherholungsgebiet
  • letzte naturnahe Fläche im Norden Wilhelmsburgs
  • Naturerlebnisraum
  • bedeutenden Puffer gegen Lärm und Schadstoffe von Verkehr, Industrie und Hafen im hochbelasteten Reiherstiegviertel
  • Beitrag zur Minderung von Klimawandel und Klimawandelfolgen
  • Friedwald zum Gedenken an die Sturmflutopfer von 1962

Geschichte der Wilhelmsburger Waldgebiete

Geschichte der Wilhelmsburger Waldgebiete
Westlich der Georg-Wilhelm-Straße blieben die von der Sturmflut 1962 verwüsteten Kleingärten sich selbst überlassen. Dort entwickelte sich seither weitgehend ungestört ein auwaldähnlicher Bestand aus vornehmlich Weichhölzern.

Östlich wurde nach der Flut für eine Kleingarten-/Behelfsheimnutzung neu parzelliert. Die Gebäude wurden allerdings schon in den 1970er Jahren wieder beseitigt, um die Fläche für eine industrielle Nutzung aufzuschütten. Die Planung wurde allerdings nie umgesetzt – so konnte sich dort seitdem u.a. ein Birken-Pionierwald entwickeln. Auch wenn sie von Behörden als nicht besonders erhaltenswert eingestuft werden: Auch Birken sind ein wichtiger Lebensraum für Insekten.

Spontane innerstädtische Waldentwicklung über 57 bzw. ca. 45 Jahre sind auch aus Naturschutz-Sicht eine Sensation! Diese Waldflächen sind übrigens die einzigen auch formal so ausgewiesenen im Bezirk Mitte.

Gigantischer Grünflächenverlust auf Wilhelmsburg

Wilhelmsburg hat seit der Durchführung von IBA und igs 2013 im Stadtteil einen gigantischen Verlust an Grünflächen und Grünvolumen erlitten. Doch das ist der wachsenden Stadt nicht genug . Praktisch sämtliche Flächen des Stadtteils, die nicht industriell oder landwirtschaftlich genutzt werden und noch nicht bebaut sind, sollen nun für noch mehr Wohnungsbau entgrünt werden. Dabei ist der Stadtteil schon jetzt von mangelnder Umweltgerechtigkeit betroffen: Der Unterversorgung des Reiherstiegviertels mit Grünflächen steht ein Über“angebot“ an Lärm, Altlasten und Luftschadstoffen aus Industrie, Hafen und Verkehr gegenüber. Diese Situation soll nun nach dem Willen des Senats noch weiter auf die Spitze getrieben werden.

 

Climate Justice Wald Wilhelmsburg

Klimaschutz braucht aktives Handeln

Der Weltklimarat IPCC hat jüngst ermittelt, welcher Unterschied zwischen 1,5° und 2°C Klimaerwärmung besteht, wie viele zig Millionen Menschen von einem halben Grad Mehrerwärmung in ihrem Überleben gefährdet sind. Und er hat klargemacht, dass die Klimaziele nicht durch Absichtserklärungen in Verbindung mit Augen‐zu und Weiter‐so zu erreichen sind. Sondern dass Wirtschafts‐ und Verhaltensweisen wirklich geändert werden müssen – und zwar gründlich und von uns allen.

Der (restliche) Hambacher Forst ist nicht zuletzt durch unermüdliches und vielseitiges bürgerschaftliches Engagement einstweilen vor der Abholzung gesichert. Er ist zu einem Symbol geworden – bzw. zu einem Prüfstein: Ob Klimaschutz wirksam praktiziert wird oder ein leeres Wort bleibt.

Nun sind unsere wenigen Hektar Wilhelmsburger Spontanwald sicher eine andere Hausnummer als der jahrtausendealte „Hambi“. Dennoch gibt es Parallelen.
Dort hieß es, der Braunkohlenabbau unter dem Wald sei alternativlos notwendig, sonst gingen die Lichter aus – das hat das Gericht aber als unbelegte Behauptung erkannt.
Hier heißt es, der Wohnungsbau genau auf den Waldflächen sei unabwendbar notwendig.

Allerdings ist nichts von Planungen auf den nicht oder wenig genutzten Gewerbeflächen an Reiherstieg und Veringkanal zu hören, wie sie seit langem im Stadtteil gefordert werden: Ein klarer Abwägungsfehler und Verstoß gegen das Naturschutzrecht. Eingriffe müssen in erster Linie vermieden werden, wenn sie aber zum Vorteil der Allgemeinheit unabwendbar sind, müssen sie an Orten mit der geringsten Störung des Naturhaushalts stattfinden. Da böte sich eine Erweiterung der Bebauung nach Westen an, statt nach Norden in den wohngebietsschützenden Wald hinein.

Die Waldretter sind also gar nicht grundsätzlich gegen Wohnungsbau?

Ja und nein. Das derzeitige Problem in Hamburg sind die rasant steigenden Mieten und der eklatante Mangel an kostengünstigem Wohnraum – bzw. das weitgehend ungezügelte Marktgeschehen. Wohnen ist ein Grundrecht. Grundrechte sollten aber nicht auf einem Markt gehandelt werden.
Der geplante Wohnungsbau soll weitere Wohnungen schaffen und dem Markt zuführen. Darin wird keine Problemlösung liegen. Ein kleiner Teil vorübergehend staatlich geförderter Mieten löst das Problem auch nicht, zumal wenn regelmäßig mehr Wohnungen aus der Förderung fallen als neu gefördert werden. Kostengünstigen Wohnraum kann die städtische SAGA durch Senken der Bestandsmieten schaffen. Die Stadt kann selbst subventionierten marktfreien Wohnungsbau betreiben – gleichzeitig müssten bundesweit die ländlichen Infrastrukturen gestärkt werden, um Migration von der Fläche in die Großstädte zu reduzieren. Aber das sind nur Gedanken – wir sind keine Wohnungspolitik‐Initiative.
Wir lehnen es allerdings ab, die vorgebliche Wohnungsbaunotwendigkeit als Totschlagargument zu nutzen, bei dem alle anderen Interessen und Schutzgüter keine Berücksichtigung mehr finden dürfen.
Und wir fordern ein Innehalten beim amokmäßigen Bauen im Stadtteil. Nicht das realsozialdemokratische Planerfüllen in Sachen Wohnungsbauzahlen sollte die Maxime sein, sondern ein qualitätsvolles Wohnen für alle. Dafür muss Rückschau gehalten werden. Wie funktionieren die neugebauten Quartiere, welche Bedürfnisse und Fehlbedarfe gibt es, welche beispielgebenden Lösungen gibt es? Auf den ersten Blick fallen fehlende Verkehrsplanungen (außer Autobahnen), defizitäre soziale Infrastruktur, fehlende Integration und die schon erwähnte mangelnde Umweltgerechtigkeit mit Unterversorgung an Grünflächen im Reiherstiegviertel auf. Solange es hier keine Lösungen gibt, macht das reflexhafte Zubauen der restlichen Freiflächen keinen Sinn.

Jeder lebende Baum bremst den Klimawandel

Jedes Stück Wald, jedes Fitzelchen Grünvolumen in der Stadt macht dagegen vielfachen Sinn, wirft sozusagen unablässig Rendite ab in Form von Abpufferung von Klimawandelfolgen durch kühlende Verdunstung, Bindung von Schadstoffen, Schutz vor (auch optischem!) Lärm, gibt Lebensraum für zahllose immer seltener werdende Organismen, trägt durch Naturerlebnisse, schönen Anblick und bessere Luft zu menschlicher Gesundheit bei – ist also notwendig für ein gutes Leben in der Stadt.
Und wachsendes Grün entzieht der Atmosphäre das Klimagas CO2: Es wird in Form von Biomasse angelegt. Damit wird der Klimawandel unmittelbar gebremst. Einen Wald abzuholzen hat denselben Effekt wie Kohle‐Verbrennen: Früher oder später ist der CO2‐Speicher Holz organisch abgebaut oder direkt verbrannt: Das CO2 ist wieder in der Luft und macht Treibhaus.
Die einzige Investition (um im Wirtschaftssprech zu bleiben), um die Rendite eines Stücks Wald zu sichern, ist:

Lassen. Einfach stehenlassen. Dafür stehen wir.

 

Wir fordern einen sofortigen Planungsstopp!

• In Wilhelmsburg werden massive Veränderungen geplant. Wir brauchen eine Gesamtbewertung aller gesundheitlichen, ökologischen und verkehrlichen Belastungen, die daraus folgen.
• Ökologische, städteplanerische und soziale Bedürfnisse müssen gleichwertig berücksichtigt werden.
• Die Entwicklung der Elbinsel muss endlich als Ganzes gedacht werden!
• Wir brauchen eine nachhaltige Stadtentwicklung – keine überstürzten Bauprojekte!
• Wohnungsnot und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden!
• Schluss mit unsinnigen Baumfällungen und Biotopzerstörungen!
• Keine weiteren Flächenversiegelungen auf der Insel!

Schlechte Planung und Ignoranz gegenüber dem Bürgerwillen

Der Sieger-Entwurf des Büros „Biwermau + Wes” wurde am 19.12.2017  vorgestellt. Die zentrale Forderung der Bürger, die Grünflächen möglichst umfassend zu erhalten, wurde dabei nicht umgesetzt.

Die Initiative Waldretter fordert ein Überdenken der Planung und einen vollständigen Erhalt des Waldes.

Bei den 30 Hektar Planungsgebiet zwischen Ernst-August-Kanal und Spreehafen im nördlichen Reiherstiegviertel handelt es sich zu zwei Dritteln um Grünfläche. Davon sind rund zwölf Hektar Wald, darunter ein Pionier-Auwald mit großer Artenvielfalt.

Nach Protesten der Bürger beim Beteiligungsverfahren „Perspektiven! Miteinander planen für die Elbinsel“ wurde bei der Planung zwar noch einmal nachgebessert, was den Erhalt von Grünflächen im künftigen „Spreehafenviertel“ angeht, der wertvolle Wald würde aber dennoch unwiederbringlich zerstört. „Es handelt sich hier nicht um einzelne schützenswerte Bäume“, erklärt Bernhard Kaufmann von der Initiative Waldretter. „Es geht um den Wald als Ganzes und um die natürlichen Prozesse, die dort seit Jahrzehnten ungestört ablaufen konnten. Wir haben hier ein einzigartiges Stück Natur mitten in der Stadt, das unbedingt erhalten werden muss.“

Die Initiative bezweifelt zudem, dass die im Planungsentwurf noch verzeichneten Baumbestände tatsächlich erhalten werden können. Denn es steht bereits im Raum, dass das gesamte Gebiet flächendeckend aufgeschüttet werden muss, um die Bebauung überhaupt erst zu ermöglichen.

Anstatt teure Erschließungskosten in Kauf zu nehmen, sollte sich die Stadt deshalb überlegen, ob sie den Erhalt des Waldes nicht gewinnbringend einsetzen kann: als Ausgleichsfläche für die bereits weiter fortgeschrittenen Quartiersentwicklungen im Rathausviertel und auf der Nord-Süd-Achse entlang des Aßmann-Kanals. In beiden Fällen finden die Behörden bereits jetzt auf der Elbinsel Wilhelmsburg keine Ausgleichsflächen mehr. „Es kann kein deutlicheres Zeichen geben, dass die Grünvernichtung auf der Elbinsel ein Ende haben muss“, sagt Kaufmann. „Solange die Bebauungspläne noch nicht fertig sind, ist es für ein Umdenken nicht zu spät.“